Sonntag Kantate 2. Mai

Am Sonntag Kantate singen wir das Lob Gottes so wie die Jünger Jesu beim Einzug in Jerusalem (Lukas 19,37-40). Pfarrer Karl-Heinz Hillermeier hält dazu Andacht zusammen mit Markus Ewald an der Gauerstädter Orgel. Dazu gesellt sich noch ein Gesang aus Taizé.

 

 

 

Diakon Jochen Grams hält an diesem Sonntag Andacht am Klavier und in Weisenbrunn vorm Wald:

 

Die Gesitlichen der Ephorie haben sich zu Kantate für einen gemeinsamen Gesang zusammengetan: Du meine Seele singe (EG 302).

Du meine Seele singe …!
Wie bitte? Ist das dein Ernst?
Was, wie?
Dass ich singen soll? Bei all dem, was gerade so läuft?
Lass mich doch mal ausreden … wohlauf, und singe schön – dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn!
Das macht es auch nicht besser …
Wieso?
Hast Du Dir das ausgedacht?
Nein, ich habe es mir nicht ausgedacht. Das ist ein sehr altes Kirchenlied aus dem 17. Jahrhundert, von Paul Gerhardt.
Na gut, dann wundert es mich ja nicht.
Warum wundert es dich nicht?
Na hör mal, 17. Jahrhundert. Da war doch die Welt noch in Ordnung. Heile Welt und der liebe Gott passt auf uns alle auf. Damals war das eben noch so, da hatte dieser Paul Gerhardt gut reden … oder singen.
Oh okay … nein, da liegst du leider falsch.
Womit?
Mit der heilen Welt. Als Paul Gerhardt lebte, herrschte in Europa der 30jährige Krieg. Soldaten überfielen die Dörfer und kleinen Städte. Mit 12 und 14 Jahren hat er seinen Vater und seine Mutter verloren. Gegen Krankheiten gab es damals, anders als heute, kaum Medikamente. Von Paul Gerhardts 5 Kindern sind deshalb 4 bereits sehr jung verstorben.
Oh du meine Güte. Kommst du mir jetzt mit Fake News?
Nein, das kannst du mir alles glauben.
In Ordnung. Das wundert mich aber sehr. Das Lied klingt so schön und romantisch. Wie konnte dein Paul Gerhardt so ein Lied dichten, wenn sein Leben so schwer war?
Er vertraute auf Gott und seine schöpferische Macht:
Hier sind die starken Kräfte, / die unerschöpfte Macht; /
Das weisen die Geschäfte, / die seine Hand gemacht: /
Der Himmel und die Erde / mit ihrem ganzen Heer, /
Der Fisch unzähl'ge Herde / im großen wilden Meer.
Hm, starke Kräfte? Aber warum hat Gott dann all das zugelassen? Den Krieg? Die Krankheiten? Damals und heute … Corona?
Das sagst du.
Was?
Dass Gott das zugelassen hat. Paul Gerhardt sieht das anders. Gott ist keiner, der uns Unheil schickt. Im Gegenteil, er ist auf unserer Seite, er kämpft für das Recht.
Hier sind die treuen Sinnen, / die niemand Unrecht tun, /
All denen Gutes gönnen, / die in der Treu beruhn.
Paul Gerhardt hatte eine besondere Gabe: einen Blick für die Schönheit der Natur, für alles Gute, was Gott uns trotz allem schenkt.
Du meinst … trotz allem? Ich sollte TROTZDEM versuchen zu singen?
Ja – du meine Seele singe! Fang doch einfach mal an zu singen, Gott zu loben, das Schöne und Gute zu sehen …
Tralalala … ja, geht doch … ha, und wenn ich einmal anfange, macht es sogar Spaß und Sinn!
Siehst du.
Ich komme mir etwas komisch vor dabei, so weltfremd. Alles geht scheinbar kaputt gerade. Und ich singe?
Wem nützt es, wenn du nicht singst?
Ach so, du meinst …
Genau – singe und schöpfe neue Kraft, und dann krempeln wir die Ärmel hoch und packen an, wo nötig.
So machen wir es – HALLELUJA!!!

Pfarrerin Mirjam Wunderer für Sonntag Kantate 2021

 

Die Kinderkirche feiert Kindergottesdienst „Elia am Berg Horeb“ zum Sonntag Kantate am 2. Mai um 10 Uhr aus Nikolassee, Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf, Berlin.